21 – Am letzten Tag in Preksromot

Mittwoch, der 5.10.2011
(von Horst-G. Lippold)

Willkommen im Cafe´ Colonia

Voller Zuversicht wegen des erfolgreichen Vortages sind wir wieder früh aufgebrochen und haben auf dem Weg in Travkhit gehalten, um den einen funktionierenden Brunnen zu inspizieren und die in Köln erwarteten Photos mit glücklichen Kindern zu schießen. Nach dem üblichen Wassermarsch zu dem etwas abseits der Straße gelegenen Ortsteil haben wir leider erfahren müssen, dass der Brunnen zur großen Begeisterung der Bevölkerung zwei Tage funktionierte und dann nicht mehr.

Der herbeigerufene Brunnenbauer konnte den durch eine fehlende Kontermutter verursachten Schaden schnell beheben, um beim anschließenden Betätigen der Handpumpe festzustellen, dass der Brunnen immer noch nicht funktionierte, weil man im Brunnenloch scheinbar das Einfüllen des Kieses vergessen hatte. Das wollte er noch am gleichen Tage nachholen, so dass wir unsere Photo-Session hoffentlich nur verschieben mussten.

Während der Wartezeit haben wir mit dem ebenfalls anwesenden Bürgermeister über unser Müllprojekt in Preksromot gesprochen und uns sehr gefreut, dass er sich nicht nur für die Idee der Kompostierung und Müllentsorgung interessierte, sondern für Travkhit ein vergleichbares Konzept anstrebt.

Er versicherte, dass er die Bewohner von unserem Konzept überzeugen könne und die laufende Finanzierung mit einer Gebühr von monatlich 2000 Riel bzw. 0,5 USD sicherstellen könne, zumal der erzeugte Kompost für die Viehwirtschaft treibenden Bauern von großem Nutzen sei. Schwierigkeiten sah er lediglich in der erforderlichen Anfangsinvestition in Mülltonnen und einen Platz für die Kompostierung und Zwischenlagerung des Mülls. Wir haben zugesagt, eine mögliche Finanzierung dieser Investitionen nach erfolgreichem Anlauf und Betrieb in Preksromot zuhause zu prüfen.

Nach diesem erfreulichen Gespräch ging es weiter nach Preksromot, wo ich sofort mit unserem Müllmann an die Sortierung des Müllberges vom Vortag gemacht habe.

Zu meiner Überraschung fanden wir nicht unbedeutende Mengen an Papier und Pappe, Plastikflaschen, Glas und Altmetall, die wir jeweils in Säcke auf dem Müllanhänger gepackt haben, damit sie jeweils kurzfristig an durchfahrende Händler verkauft werden können. Auch der Berg mit einfarbigen Plastiktüten, die ggfs. in Battambang verkauft werden können, wuchs schnell an. Das kompostierbare Material haben wir provisorisch neben dem künftigen Kompostplatz gelagert, der noch betoniert werden muss, und den Restmüll am rechten Rand des Müllplatzes. Nach gut zwei Stunden hatte ich das Gefühl, dass der Müllmann das Prinzip verstanden hatte und bin zurück zum Cafe´ gegangen.


Dort habe ich leider erfahren müssen, dass der quasi schon „fertige“ Brunnen in Travkhit trotz aller Bemühungen nicht funktioniert. Das bedeutet, dass nach fünf Bohrbersuchen bis 25 m Tiefe kein einziger Brunnen funktioniert. Wir werden mit schwerem Gerät einen Tiefbrunnen bohren müssen, der ca. 1400 USD kosten wird. Das bedeutet aber auch, dass es aus Kostengründen statt der ursprünglich geplanten drei Brunnen bei einem Brunnen bleiben wird.

Mittlerweile hatte auch das Geländer zur Wasserseite unseres Cafe´s gute Fortschritte gemacht und ich habe mich mit Farbe und Pinsel an die Beschriftung des Eingangsschildes begeben. Einen Schönheitspreis wird dieses Werk sicher nicht gewinnen, aber die Tafel ist weithin sichtbar und gut in deutsch, englisch und französisch lesbar.

Nachdem auch die deutsche und die kambodschanische Fahne an ihren provisorischen Masten vor dem Cafe´ hingen, war das Ende unseres letzten Arbeitstages in Preksromot erreicht und wir haben den Abschluß mit ein, zwei Bieren begossen.

Im Dunkeln ging es zurück nach Siem Reap zu einem leckeren Abschlußessen mit unserem guten Herrn Chantol und der letzte Abend wurde wieder sehr spät.

In dem Sinne auf weiterhin gutes Gelingen
Horst-G. Lippold

P.S. Herr Chantol rief mich am nächsten Tag während unserer Rückfahrt nach Bangkok an und berichtete mir, dass nunmehr alle Leitungen dicht seien und er das erste Mal am 11. Oktober mit einer 30-köpfigen Reisegruppe unser Cafe´ Colonia besuchen wird.

Oh ja !

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