40 – Hausbau

Dienstag, der 2.10.2012
(von Horst-G. Lippold)

vor dem Haus von Familie Tung Chet

Nachdem wir am Sonntag zugesagt hatten, die Wohnsituation einer Familie in Preksromot durch bauliche Maßnahmen an ihrer Hütte zu verbessern, nahm Stefan Roller auch sogleich fachmännisch Aufmaß und erstellte am Abend einen Arbeitsplan und die Einkaufsliste für das benötigte Holz etc.

Am Montagmorgen sind wir dann zuerst zu einem Holzhändler in Siem Reap gefahren, haben Holz und Nägel eingekauft und per LKW nach Preksromot geschickt.

Da mit Peter Glaremin nun auch ein vierter Helfer an Bord war, konnten wir anschließend in zwei Teams, unterstützt von dem kambodschanischen Hausherrn und seinen Freunden und unter der fachmännischen Leitung von Stefan Roller (wie erwähnt von Beruf Schreiner) loslegen. Los ging es mit dem Abbau der Plastikplanenwände, die bisher für ein recht luftiges und offenes Wohnen gesorgt hatten.

 
vorher
 
Rohbau

Der sogleich einsetzende sintflutartige Tropenregen und die Anstrengung der Arbeit bei über 30 Grad bewirkten, dass wir permanent klatschnass waren. Die ab Mittag wieder einsetzende Sonne garantierte zudem einen schönen Sonnenbrand, den ich allerdings erst am Abend im Hotel so richtig realisiert habe. Zusammen mit dem sich überall und vor allem auf uns ablagernden Holzstaub sah das Ganze jedenfalls überzeugend nach Arbeit aus. Beobachtet wurde das ganztägige Spektakel von vielen kleinen und großen Zuschauern, die sich sichtlich über die Arbeitswut und Ausdauer der Langnasen gewundert haben, und so durften wir uns wie die Hauptdarsteller in einem absurden Theaterstück fühlen. Einige bauliche Details wie z.B. unsere Fensterbänke haben die Leute sichtlich fasziniert und ich vermute, dass diese alsbald auch in anderen Häusern auftauchen.
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Für die vorgesehenen Fenster und Türen und um die vier Meter langen Bretter an den Seitenwänden befestigen zu können, mussten wir zuerst zusätzlich zu den bestehenden Eckpfosten des Hauses noch einige Kanthölzer setzen.

Wasserkühlung

Anschließend haben wir im strömenden Regen mit dem Aufbau der Wände begonnen und dabei an den gewünschten Stellen Öffnungen für die Türen und Fenster gelassen. Um die Seitenwände bis in den First hochziehen zu können, mussten wir ein Gerüst bauen, auf dem ein Team sich bis unters Dach mit dem Anbringen der maßgenau für die Dachschräge zugeschnittenen Elemente abquälte.  So verging der erste Tag, bis wir schließlich mit der einsetzenden Dämmerung die Arbeiten bis zum nächsten Tag unterbrechen mussten.

Besonders nett und aufmerksam fanden wir, dass uns die Familie Tung Chet
trotz ihrer Armut mit Wasser und Maniok-Kuchen versorgt hat; zum Dank
dafür habe ich der guten Frau am nächsten Tag privat einige Dollars
gegeben.

Team Glaremin – Roller
Team Weich – Lippold
work in progress
unter dem Dach
 Bauleiter Chantol ?
 Ende des ersten Tags: ich habe fertig

Am nächsten Tag sind wir nach einem kurzen Abstecher in die Schule in Svey Che zum Besprechen der geplanten Wertstoffsammlung wieder zu dem Haus gefahren und haben bis zum frühen Nachmittag die restlichen Arbeiten fertig gestellt.

Um unseren freundlichen Gastgebern zu ermöglichen, endlich die geliehenen Bodenbretter zurück zu geben und im Sinne eines durchbruchsicheren Bodens unter der Außenküche haben wir dann noch einige weitere Bretter gekauft und den Boden neu ausgelegt, so dass nunmehr bis auf die Balkenkonstruktion und das Dach des Hauses alles runderneuert und stabil war. Und dann hatten wir endlich fertig.

eine glückliche Famile
 jetzt haben wir alle(s) fertig

Für lediglich 700 USD hatten wir die vorher unsägliche Wohnsituation sehr armer Menschen  entscheidend verbessert. Fensterläden, Türen und  andere ggfs. fehlende Dinge wird die sichtlich überglückliche Familie später einbauen, aber nun haben sie erst mal ein wetterfestes und sicheres Haus.

Auch wir waren überglücklich, denn wie heisst es so schön: „geben ist seliger als nehmen“ und das ist ein verdammt gutes Gefühl.

In dem Sinne: okun tran

Horst-G. Lippold

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