Effizente Landwirtschaft gegen Landflucht

Effizente Landwirtschaft gegen Landflucht

Das Klima in Kambodscha ist gekennzeichnet durch ausgeprägte Regenzeiten und Trockenzeiten bei ganzjährig hohen Temperaturen. Jedwede landwirtschaftliche Aktivität muss deshalb den üblichen Wechsel von „Wasser im Überfluss“ mit sintflutartigen Regenfällen und überfluteten Feldern einerseits und monatelanger Dürre ohne Regenfälle andererseits berücksichtigen.

Der Anbau von Obst und Gemüse ist ohne zusätzliche Bewässerung in der Trockenzeit kaum möglich. Deshalb betreiben viele Bauern auf ihren oft sehr kleinteiligen Feldern von maximal 1 ha traditionell den im Land weit verbreiteten Reisanbau. Die heutigen Anbaumethoden sind immer weniger wirtschaftlich mit der Folge, dass keine ausreichenden Einkommen generiert werden und zunehmend mehr Erwachsene als Gastarbeiter nach Thailand oder Vietnam flüchten. In manchen Dörfern sind mehr als 70% der Erwachsenen abgewandert und es bleiben nur die Kinder und die Alten. Gleichzeitig werden zunehmend größere Mengen von Reis, Gemüse und anderen Lebensmitteln importiert.

Köln hilft Kambodscha e. V. unterstützt deshalb die Bauern in ausgewählten Dörfern beim Aufbau moderner und ertragreicher Strukturen. In einem ersten Projekt haben wir 2012 in Chey Village (20 km westlich von Siem Reap) mit der Finanzierung eines Inkubators (ein Wärmeofen zum Ausbrüten von Hühnereiern) den Aufbau einer Hühnerzucht ermöglicht. Im Jahr 2013 haben wir an gleicher Stelle mit der Finanzierung und dem Bau von zwei Gewächshäusern den Aufbau eines ganzjährigen Gemüseanbaus ermöglicht.

Seit Herbst 2017 kooperieren wir mit der kambodschanischen NGO CEDAC, die auf Landwirtschaftsprojekte spezialisiert ist. In einem ersten Projekt unterstützen wir die Bauern in Tumneab Svay im Projekt Grenzenlos beim Aufbau moderner, ertragreicher und nachhaltiger Anbaumethoden auf ihren Feldern.

Das Projekt hat mit Informationsveranstaltungen und Schulungen vor Ort durch CEDAC-Spezialisten begonnen und mittlerweile haben in einem Pilotprojekt vorerst 10 Bauern einen „Sparverein“ beziehungsweise eine kambodschanische Genossenschaft gegründet.

Im nächsten Schritt werden auf den einzelnen Feldern Bewässerungsteiche von jeweils ca. 200 m³ ausgebaggert und der anfallende Aushub wird für das Anlegen von Hügelbeeten für den Gemüseanbau verwendet. Diese Hügelbeete werden in der Trockenzeit durch die Teiche bewässert und in der Regenzeit kann das Regenwasser gezielt abgeleitet werden.

Die bisher ausschließlich für den Reisanbau genutzten Felder werden damit bis zu 50% auf den deutlich ertragreicheren Gemüseanbau umgestellt. Nach den Erfahrungen von CEDAC in anderen Dörfern kann damit ein ausreichendes Einkommen der Bauern sichergestellt werden.

Unser Beitrag besteht im ersten Schritt in der Finanzierung der Schulungs- und Beratungsleistungen sowie der Bewässerungsteiche. In einem zweiten Schritt können wir die Bauern vor Ort durch die aktive Mitarbeit von Volontären und durch die Entsendung von Senior Experts bei den Umstellungsarbeiten unterstützen.

Hier sind auch weitergehende Aktivitäten wie zum Beispiel der Bau von Gewächshäusern und Biogasanlagen, der Aufbau von Pilzfarmen, Hühnerzuchten etc. denkbar.

Wir freuen uns über Ihre Anregungen, Spenden und Mitarbeit vor Ort.

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